Stimmen aus dem Kampagnenbeirat #PflegeJetztBerlin

Am 20. September 2026 wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus. Wir haben die Mitglieder unseres Kampagnenbeirats gefragt, welche politische Maßnahme die neue Berliner Landesregierung prioritär angehen sollte, um die Pflege nachhaltig zu stärken – und warum. Die Antworten zeigen unterschiedliche Perspektiven aus Praxis und Pflegeprofession und geben konkrete Impulse für die pflegepolitische Agenda der kommenden Legislaturperiode.

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Foto: ©Die Hoffotografen

"Gute Pflege ist eine elementare Voraussetzung für Patientensicherheit und Versorgungsqualität in den Berliner Kliniken. Wer verlässliche Versorgung sichern möchte, muss also zuerst die Finanzierung von Struktur und Personal absichern.

Wenn die kommende Landesregierung ihrer gesetzlichen Verpflichtung nach auskömmlicher Investitionsförderung nachkommt, profitiert davon unmittelbar auch die Pflege.

Viele Kliniken in Berlin setzen zudem auf die Fachkräftegewinnung im Ausland. Doch die Anerkennung der Qualifikationen ausländischer Fachkräfte erfordert nach wie vor einen enormen Zeitaufwand für bürokratische Verfahren. Durch enge Kooperationen zwischen Kliniken und Behörden sowie festen Ansprechpartner*innen in den Behörden kann man diese Prozesse optimieren. Auf dem hart umkämpften Berliner Fachkräftemarkt braucht es für die Gewinnung und Bindung auch einheimischer Pflegefachkräften zudem dringend bezahlbaren Wohnraum."

Martina Henke

Pflegedirektorin Vivantes Klinikum im Friedrichshain & Sprecherin der Pflegedirektor*innen von Vivantes

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Foto: ©BARMER

‍DAS macht Pflege in Berlin stark…

"Berlin sollte die Pflege im Krankenhaus, in Pflegeeinrichtungen und im ambulanten Bereich zur politischen Priorität machen – nicht nur durch eine kluge Krankenhausplanung, sondern durch ausreichende Investitionsmittel, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Verantwortung für Pflegefachpersonen.

Mit Einführung der Leistungsgruppen werden künftig medizinische Leistungen stärker an Qualitätsanforderungen und an die notwendige Personalausstattung geknüpft. Die nächste Berliner Regierung sollte die Chance nutzen und die Krankenhausplanung konsequent mit einer Pflegepersonalstrategie verbinden.

Der künftige Berliner Senat muss zudem die Verantwortung für die Finanzierung notwendiger Investition in Kliniken und Pflegeeinrichtungen übernehmen. Dies gilt auch für notwendige Investitionsmittel für Hitzeschutzmaßnahmen.

Gute Pflege braucht attraktive Arbeitsbedingungen, die die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und einen sinnvollen Qualifikationsmix beinhalten.

Wer Pflege nachhaltig stärken will, muss die Kompetenzen der Pflege endlich konsequent nutzen. Das schafft Entlastung, hält Fachkräfte im Beruf und verbessert die Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe muss stärker in den Mittelpunkt rücken. Jede vermiedene oder hinausgezögerte gesundheitliche Beeinträchtigung, chronische Erkrankung oder Pflegesituation entlastet Betroffene, Angehörige und das Pflegesystem. Ein Landesprogramm für gesundes Altern und Prävention in der Pflege wäre daher ein wichtiger Schritt.

Perspektivisch braucht es eine sektorenübergreifende Versorgung, die ambulante und stationäre Angebote besser verzahnt, Ressourcen schont und Drehtüreffekte reduziert."

Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Berlin und Brandenburg

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Foto: Privat

„Berlin muss die Pflegeprofession nachhaltig stärken. Es braucht eine akademische Offensive: Bachelor- und Masterstudienplätze müssen ausgebaut werden, um dringend benötigte Lehrkräfte sowie hochqualifizierte Community Health Nurses (CHN) und Advanced Practice Nurses (APN) für die Primärversorgung und komplexe klinische Praxis auszubilden.

Gerade angesichts der bundespolitischen Entscheidungen muss Berlin eigene Wege gehen. Wenn Schutzmechanismen für eine Personalausstattung in der pflegerischen Versorgung wegfallen, muss das Land verlässliche Instrumente schaffen, die sowohl Pflegefachpersonen als auch Patient*innen wirksam schützen und eine sichere Versorgung garantieren.

In Berlin werden jedes Jahr tausende internationale Pflegefachpersonen angeworben, die oft hochwertige akademische Abschlüsse besitzen. Notwendig sind landesweit verbindliche Standards für die Einarbeitung, berufsbezogene Sprachförderung und Praxisbegleitung von internationalen Pflegefachpersonen, um deren Integration nachhaltig zu sichern und einen langfristigen Aufenthalt zu ermöglichen.

Um die Qualität der Pflege inBerlin wirksam zu sichern braucht es eine Berliner Pflegeberufekammer. Nur so kann man den Fachkräftemangel bekämpfen und den Pflegeberuf in der Stadt nachhaltig entwickeln.“

Juliane Blume
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Vorsitzende, Landespflegerat Berlin-Brandenburg

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